Die älteste schriftliche Erwähnung Holzkirchens – Teil II

Nachdem im ersten Teil dieser Untersuchung die Frage, ob die Erwähnung des Marktes Holzkirchens im ersten Abgabeverzeichnis (Urbar) des Klosters Tegernsee bereits im Jahre 1017 stattfand oder dieses und die nächsten Urbare1 doch erst in der Mitte des 13. Jahrhunderts entstanden, nicht hinreichend geklärt werden konnte, möchte ich mich nun mit der Frage auseinandersetzen, ob unser Holzkirchen nicht vielleicht schon vor dem Auftauchen der frühen Urbare und Salbücher, also vor dem Jahre 1000 in der Literatur oder in anderen Quellen vorkommt.

Um es gleich vorweg zu nehmen, diese Frage ist auch nicht einfacher zu beantworten wie die Frage nach der Entstehung des ersten Urbars des Klosters Tegernsee. In Frage kommen hier eindeutig andere Quellen als solche vom Kloster Tegernsee. Denn außer den Urbaren und Lehensverzeichnissen des Klosters kommt im Umfeld des Klosters als Möglichkeit eigentlich nur die Quelle der Tegernseer Traditionen2 in Frage. Diese Traditionen beginnen aber erst im Jahre 1003. Und der Name Holzkirchen taucht zwar des Öfteren in diesen Traditionen auf, aber erst etwa ab dem 12. Jahrhundert. Und da sind es aber in erster Linie Personen, die hier namentlich in der Funktion als „testes“, also als Siegelzeugen, aufgeführt werden. Diese Quellen sind dann der Gegenstand des 3. Teils meiner Untersuchungen.

Um was es sich im Teil II der Untersuchungen handeln soll, ist die Quelle der „Urkunden der Deutschen Karolinger“3. Und ganz speziell sind es die Urkunden Ludwigs des Kindes (Ludwig IV) aus den Jahren 900 – 911.

Ludwig das Kind

Ludwig war der einzige eheliche Sohn Arnolfs und wurde im Herbst 893 zu Ötting geboren. Im Jahr 897 wurde er durch einen allgemeinen Treueeid als Nachfolger im ostfränkischen Reich anerkannt und zwei Monate nach dem Tode seines Vaters am 4. Februar 900 in Forchheim zum König erhoben. Gestorben ist er am 20. oder 24. September 911, wahrscheinlich in Frankfurt am Main, das heißt, er war zu seinem Tode erst 18 Jahre alt. Daher sein Name Ludwig, das Kind.

Um welche Urkunden geht es konkret?

Unter der Nummer 44 der erwähnten Kaiserurkunden taucht der Name Holzkirchens als Entstehungsort der Urkunde auf, ausgestellt am 8. Mai 906.
Die Originalurkunde befindet sich im Hauptstaatsarchiv in München und wird erwähnt im Freisinger Traditionsbuch des 11. Jahrhunderts, ebenfalls im HStA München.

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