Die älteste schriftliche Erwähnung Holzkirchens – Teil III

Die ersten überlieferten Urkunden, in welchen unser Holzkirchen unzweifelhaft gemeint ist.

Im 3. Teil der Untersuchungen über die ersten Nennungen unseres Marktes Holzkirchen im Oberland stammen aus dem Bestand der Gerichtsurkunden (GU) vom Gericht und Kastenamt Wolfratshausen, welches für uns bei allen weltlichen Dingen wesentlich und zuständig war.

Nachdem es in den ersten beiden Teilen der vorliegenden Untersuchung immer erlaubt war, die Ergebnisse und Schlussfolgerungen über die Nennung unseres Holzkirchens anzuzweifeln, gibt es nun bei den folgenden Urkunde keinerlei Zweifel mehr, dass es sich dabei um unser Holzkirchen handelt.

Bestätigung des Rechts zur Pfändung von Schuldnern

Die erste amtliche Urkunde, die speziell für Holzkirchen ausgestellt wurde stammt aus dem Jahr 1375.Sie ist heute im Hauptstaatsarchiv leider nicht mehr im Original vorhanden, sondern nur noch als eine beglaubigte Kopie aus dem Jahr 1750, nämlich genau vom 15. Juni 1375. Inhaltlich geht es dabei um ein Pfändungsrecht gegenüber allen Geldschuldnern gegenüber dem Kloster und seinen Markt Holzkirchen. Dieses Recht konnte nur vom Herzog als weltlichen Herrscher und nicht vom Kloster selbst verliehen werden. Eine Übersetzung dieser Urkunde findet sich in der Holzkirchner Chronik:

Wir Friedrich von Gottes Gnaden, Pfalzgraf bey Rhein und Herzog in Bayern ec. Bekennen öffentlich mit dem Briefe, dass wir unsern lieben demütigen Abt und Convent Gemainiglich unsers Klosters Tegernsee, ihm und den Bürgern Gemainglich ihres Markhts zu Holzkürchen die besondere Gnad und Förderung gethan haben und auch thun mit Crafft dieses Briefes, also dass sie wohl pfändten mögen jedten Mann, wie der genannt ist hinaussen auf dem Landte, wer ihnen gelten soll und Geldt schuldig ist, in welcher Weis das wäre, zu ihnen hinein in ihren Markht zu Holzkürchen auf Recht, und sollen auch die obgenannt Gnad und Pfandtung haben in aller Maß und Weis als unser Stadt München und andere unsere Städt und Märkht in unserm Landte zu Obern Bayrn und darumb so gebieten wir auch all unsern Ambtsleuthen, Vicedommen2, Pflegern, Vogten, Richtern, Schergen und all andern unsern Ambtsleuthen, die wir jetzo haben und auch für baß gewinnen in unserm Landt Ober Bayrn bey unsern Gnaden und Hulden, dass sie den obgenannten Abt und Gotteshaus zu Tegernsee und die Bürger Gemainglich ihres Markhts zu Holzkürchen an den obgenannten Unsern Gnaden in keiner Weis nicht irren oder hindern, und auch von Unsertwegen anders jemand nicht gestadten, der sie daran bekrenkht (schädigt) mit nichten, sondern sie daran zu allen Zeiten beschüzen und beschürmen in allen Sachen. Wann wer sich also weigert, in welcher Weis das wär, der soll das wissen, dass er gröpplichen daran wider unsere Gnad und Huldt tuet.
Mit Urkund dieses Briefs, ihnen geben zu München, an des heiligen St. Veiths Tag mit unsern anhangenden Insigl besigelt, nach Christi Geburth Dreyzehnhunderdt Jahr darnach in dem fünff und siebenzigisten Jahr.

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