Wege & Straßen

Selten lassen sich die Spuren der Vergangenheit so eindeutig erkennen, wie zum Beispiel ein alter Feldweg der in einem Feld aufging und nun durch das Pflügen sichtbar wurde:

Dabei gilt es auch zu bedenken dass solche Steinspuren im Acker beispielsweise nicht immer auf alte Gebäude hinweisen müssen. Aufgrund der Ausläufer der Münchner Schotterebene handelt es sich meist nur um höhergelegene Steinnester die aufgeackert wurden.

Ein anderes Beispiel das sogar zu Fehlinterpretationen verleiten kann, ist ein vergangener Weg bei Föching. Bei dem einzelnen Baum schräg gegenüber vom Loher verlief in Richtung Nordwesen ein Weg zum Teufelsgraben. Dieser Weg wurde im Kartenwerk von 1900 noch geführt, ist nun aber zur Gänze in landwirtschaftlich genutzter Fläche aufgegangen. Ein kleiner Teil verläuft auf einer natürlichen Geländeverwerfung (leichte Erhöhung). Die veranlasste zu Spekulationen, dass es sich hier um einen alten Weg handeln könnte der durch Römer angelegt wurde. Dieser Vermutung vermag ich mich jedoch nicht anzuschließen. Ein römischer Strassendamm wäre durch späteres Pflügen nicht nur einseitig abgetragen worden. Zusätzlich gibt es im Umkreis einiger hundert Meter mehrere dieser Verwerfungen, was ebenfalls gegen alte Römerwege spricht. Zu guter Letzt gibt es weder Tonscherben noch metallische Funde die einen Hinweis auf ältere Epochen liefern würden.

In vielen Fällen entspricht der Verlauf heutiger Autobahnen fast genau dem der alten wichtigen Handelswege. Für unsere A8 trifft dies indes nicht zu, Altwege in einem ähnlichen Verlauf konnte ich noch nicht erkennen. Die wesentliche Nord-Süd-Route war offensichtlich der Weg von Sauerlach über Otterfing kommend um im weiteren Verlauf nach Bad Tölz zu führen, die heutige Landstraße B13. Die wichtigste Ost-West-Verbindung findet sich in der heutigen MB4, der Straße von Grub her kommend, weiter über Kreuzstraße und Föching nach Holzkirchen – die 1765 zum Teil der Salzstraße wurde.

Die wesentlichen Fernwege führten jedoch ein gutes Stück Nordöstlich an unserem Gebiet vorbei. Nicht zuletzt basierend auf den Recherchen von Klaus Schwarz (siehe Quellenverzeichnis) kann davon ausgegangen werden, dass die wesentlichen Verbindungen nördlich der Mangfall verliefen. Vom Chiemsee her kommend gingen die Routen über Rosenheim und Bruckmühl weiter in Richtung Nordwesten. Die vorgenannte Abzweigung über Grub (bei Schwarz „Fernweg 41“) wurde von Schwarz nur bis Grub genauer untersucht, der weitere Verlauf nur bis etwa Höhe Nehaider kartiert. Der weitere Verlauf lag zwar nicht im Untersuchungsgebiet, jedoch vermutet Schwarz, dass der Weg bei Bad Tölz die Isar quert und dann weiter gen Loisach. Von dort aus wäre auf zwei Arten/Wegen der Alpenübergang möglich gewesen *171.